Projektbeschreibung

Hintergrund

Die Intensivierung der Landwirtschaft und die Umwandlung naturnaher Flächen in Ackerland stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Biodiversität in Europa dar. Sie führen zum Verlust von "Grüner und Blauer Infrastruktur" (GBI) auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. GBI umfasst alle Landschaftsstrukturen und Lebensräume, wie beispielsweise Hecken, Auen, Ackerrandstreifen und Waldflächen, welche Verbindungen zwischen natürlichen und naturnahen Lebensräumen und die Migration von Arten sicherstellen. GBI stellen auch eine Vielzahl von Ökosystemdienstleistungen bereit, welche unerlässlich sind, um globale wie regionale umweltpolitische Ziele zu erreichen.

Durch die Einführung des „Greening“ im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union (EU) als konkrete Umweltleistung und Voraussetzung für den Erhalt eines Teils der Direktzahlungen, soll GBI in ruralen Gebieten gestärkt werden. Dennoch ergeben erste Auswertungen, dass das Potenzial des Greening nicht in seinem vollen Umfang ausgeschöpft wird.

BIOGEA

Das BIOGEA-Projekt wird von nationalen Geldgebern über das BiodivERsA-Förderprogramm, ein durch Horizon 2020/ ERA-NET Cofund finanziertes EU-Programm, unterstützt. Das BIOGEA-Projekt erforscht den Einfluss von Landnutzungsänderungen auf die „Grüne und Blaue Infrastruktur (GBI)“. Der Einfluss von Politik auf GBI und die Auswirkungen von GBI auf Biodiversität werden mittels Politik-Analysen auf nationaler und auf EU-Ebene sowie über biologisches Monitoring und Modellierung von sechs Fallstudien in drei Mitgliedsstaaten (Deutschland, Spanien und Bulgarien) untersucht.

ZIELE

  • Ermittlung des Einflusses des GAP-Greening auf Quantität und Qualität der GBI in der Agrarlandschaft;
  • Ermittlung kurz-, mittel- und langfristiger Auswirkungen der GBI auf Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene sowie bei unterschiedlicher Landnutzung;
  • Untersuchung des Potentials von Indikatoren, GBI und die damit einhergehende Biodiversität und  Ökosystemdienstleistungen zu erfassen;
  • Erkenntnisse für die Planung, Entwicklung und das Management resilienter GBI nutzbar machen.

Vorgehensweise

Die BIOGEA-Hypothesen werden unter der Anwendung einer angepassten Version des Ökosystemdienstleistungen-Kaskaden-Modells getestet (Ecosystem Services Cascade Model, Haines-Young und Potschin 2010).

Das Kaskaden-Modell zeigt auf, wie Biodiversität und Ökosysteme dem Menschen Nutzen bringen durch die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen. Unten stehendes Diagramm zeigt die Abwandlung des Modells im BIOGEA Projekt zur Untersuchung von Biodiversitätsgewinn durch Grüne und Blaue Infrastruktur in der Agrarlandschaft. Es mact die Verbindung zwischen den GBI Elementen („GBI features“, das heißt Arten und Lebensräume mit ihrer biophysischen Ausprägung und ihren Funktionen) und den GBI-Zielen („GBI aims“, das heißt den Nutzen, der idealerweise entsteht und der durch Politik gefördert wird) sichtbar.

Laufzeit

Das BIOGEA Projekt wird von Dezember 2016 bis November 2019 durchgeführt.

Koordination

BIOGEA wird von Katrina Marsden, adelphi research gGmbH, koordiniert. Kontakt: biogea@adelphi.de